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Warum dich ein Partner allein niemals wirklich Glücklich machen wird.

Von Phil Frei

Freundschaft und andere arten von Beziehungen sind ein sehr breit gefächertes Thema, daher gibt es hier einiges anzusprechen. Ich möchte dir gerne ein paar Dinge aus meinem Leben erzählen, wahrscheinlich wirst du dich bei einigen der Punkten selbst wiedererkennen. Durch die Grundschule lernte ich einige Freunde kennen, mit denen ich hin und wieder etwas zusammen unternahm. Doch irgendwann kam es dazu, dass die eine Seite mit mir nichts mehr zu tun haben wollte. Meine Vermutung, dass es ihnen als Teenager wohl zu Peinlich wurde, mit einem Behindertentypen wie mir abzuhängen und somit blieb ich weitgehendst zuhause.

Daher kam ich früher oder später auch mit dem Internet in Berührung. Das Internet öffnete mir die Tür zu einer vollkommen neuen Welt. In einem damaligen Webradio bekam ich die Chance, mein können als Moderator unter Beweis zu stellen, wo ich auch zum ersten Mal mit dem Thema Liebe in Berührung kam. Per Zufall lernte ich dort Jenny kennen, welche sich vor kurzem von ihrem Freund getrennt hatte. Jenny war zu diesem Zeitpunkt sehr emotional, ich war für sie ein guter Freund und schenkte ihr gehör. Da Jenny irgendwo in Deutschland und ich in der Schweiz wohnte, blieb uns nichts anderes übrig als eine Fernbeziehung zu führen und wir fingen an täglich miteinander zu telefonieren oder über Video-Telefonie zu Skypen. Dabei kamen wir uns immer näher und der Wunsch nach einem treffen wurde für beide Seiten immer grösser.

Ein paar Wochen später schrieb mich ihr Ex-Freund an und riet mir, dass ich mich vor ihr unbedingt in Acht nehmen solle, weil sie mich nur um den Finger wickeln möchte und ihm das genau so ergangen ist. Das mich Jenny zu diesem Zeitpunkt bereits schon fest im Griff hatte, war mir bis dahin nicht klar und ich nahm daher seinen Rat auch nicht weiter ernst. Was ich ebenfalls nicht wusste, dass Jenny ernsthafte psychische Probleme hatte und Freude daran behielt, sich und andere zu verletzen und sich wie ein Vampier (Energievampier) von deren Leid zu ernähren. Doch der Tag kam, an dem Jenny mich durch jemand anderen ersetzte und mich mit einem gebrochenen Herzen zurück lies. Von da an verlor ich den Glauben in die Menschheit und ich lies niemand mehr so richtig an mich ran.

Da ich grösstenteils nur noch zuhause blieb, dachte ich mir, «Wer braucht schon Freunde…». Da ich mich immer besser mit der Computer-Thematik und dem Internet auskannte, kam hin und wieder der Nachbars Junge Simon vorbei und bat mich um Rat. Als Dankeschön fragte er mich, «Ob ich denn nicht Lust dazu hätte, zusammen mit ihm und ein paar Freunden & Freundinnen zu zocken oder mal etwas zu unternehmen.». Doch aus Angst erneut verletzt zu werden, lehnte ich lieber ab.

Eines Tages beschloss ich mich dazu, einen eigenen Gaming Kanal auf Youtube zu erstellen, in dem ich verschiedene Spiele spielte und das Spielgeschehen darin kommentierte. Doch nach einer längeren Zeit bemerkte ich, dass mir Gaming überhaupt keinen Spass machte und ich beschloss mich dazu, meiner Gaming-Karriere ein vorzeitiges Ende zu bereiten und nie mehr ein Spiel anzufassen. Zu derselben Zeit lernte ich Online viele neue Leute kennen und auch wenn ich mir geschworen hatte nie mehr ein Spiel anzufassen, liess ich mich dennoch dazu zu überreden, das ein oder andere Spiel mitzuspielen. Dort lernte ich Christin kennen, welche mir ebenfalls die rosarote Brille aufsetzte und meine Welt aufs Neue total auf den Kopf stellte. Doch auch bei ihr wurde ich erneut enttäuscht, weil sie meine Liebe nicht erwiderte.

Nach dem ich von falschen Beziehungen und Freunden gezeichnet wurde und ich mich für einige Monate zurückzog um mein Leben zu überdenken, kam ich erstmals mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung in Kontakt. Alleine dadurch, dass ich mich mit dieser Thematik befasste, wurde mir rückwirkend Klar, was alles in meinem Leben falsch lief und wie ich es in Zukunft besser machen kann. Durch die Persönlichkeitsentwicklung, lernte ich nicht nur das man immer wieder darauf achten sollte, wer an seinem Leben teilhaben darf oder teilhaben sollte, weil es immer wieder Personen geben wird, welche dich von deinen Zielen oder Träumen abhalten werden. In der Vergangenheit umgab ich mich oft mit Menschen, welche mir einfach nicht gutgetan haben und ich damit auch, immer wieder meine Ansprüche hintenangestellt hatte, um anderen zu gefallen. Aus diesem Grund entschied ich mich dazu, den Kontakt zu all diesen Leuten komplett abzubrechen und an mir zu arbeiten.

Ich lernte dadurch auch, dass andere Geschlecht und mich besser zu verstehen. Damit ist nun nicht gemeint, dass ich mit sofortiger Wirkung, nur weil ich mich mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung befasste, gleich zum Frauenversteher oder Frauenheld wurde. Nein, aber ich habe zumindest verstanden, dass Bedürftigkeit der komplett falsche Weg ist, um mit einer Frau in einer Beziehung zu landen. Mit anderen Worten, gab ich den Frauen immer das Gefühl, dass ich sie unbedingt in meinem Leben brauchte und ich nur mit ihnen an meiner Seite wirklich glücklich werden konnte. Heute weiss ich, dass ich auch alleine Glücklich sein kann und eine Beziehung nicht zwingend nötig habe. Alles was jetzt noch zu meinem Leben dazu kommt, wie zum Beispiel eine Beziehung, ist das Sahnehäubchen obendrauf.

Durch die Erfahrungen, welche ich in der Vergangenheit mit Frauen gemacht hatte, hatte sich in mir den Glaubenssatz entwickelt, dass ich nur mit einer Frau als Lückenfüller wirklich glücklich werden kann. Wie kam es dazu? In meinem Fall hat sich der Glaubenssatz schon sehr früh entwickelt, weil ich immer wieder dieselben Fehler begangen habe und es selbst nie bemerkt hatte. Im Alter von 7 Jahren habe ich meine beste Freundin nach einer Liebes-Beziehung gefragt, weil ich mich in sie verknallt hatte, doch anders als erwartet, bekam ich einen Korb von ihr, weil sie der Meinung war, dass sie nicht mehr als Freundschaft möchte.

Je älter ich wurde, häuften sich diese Körbe und ich begann mir irgendwann einzureden, dass mich niemand will und ich auch nicht gut genug für sie bin. Mit jedem Korb fiel ich tiefer in ein Loch voller Selbstmitleid. Zur gleichen Zeit haben mich auch meine Freunde im Stich gelassen, doch diese Geschichte kennst du vermutlich bereits. Ich fing an in jeder Frau, welche ich kennengelernt hatte, die wahre Liebe darin zu sehen und ich verbog mich für sie, ich wollte ihnen immer alles recht machen und mein absoluter Geniestreich war, dass ich allen direkt einen Liebesbrief schrieb und ihnen meine Gefühle darin offenbarte. Ich suchte krampfhaft nach einer Beziehung und war Felsenfest der Überzeugung, dass irgendeine davon schon ja sagen und mich dann in meinem Rollstuhl, frisch fröhlich verliebt durch die Gegend schieben würde.

Was ich ebenfalls erkannte, dass Hollywood-Filme absoluter Quatsch sind und sollten nicht als Leitfaden genutzt werden, um glücklich zu werden. Lege deine Bedürftigkeit ab und sorge dafür, die Dinge welche dir Spass machen dazu zu nutzen, um deine Lücke zu füllen, denn ein Partner alleine wird dich niemals vervollständigen oder wirklich glücklich machen können.